Sauerstoff unser Lebenselixier

Sauerstoff unser Lebenselixier

Während wir Tage ohne Essen und Wasser auskommen können, versagen unsere Körperfunktionen schon nach kurzer Zeit ohne Sauerstoff. Der Sauerstoff gehört zum wichtigsten Element der Erde. Das Meerwasser enthält über 80% Sauerstoff, sowie auch der menschliche Körper.

Ohne Sauerstoff ist kein gesundes Leben möglich. Er regelt den ganzen Stoffwechsel im Körper und ist der beste Helfer bei Krankheiten. Ueber die Atmung nehmen wir frischen Sauerstoff auf und geben das Abfallprodukt Kohlenstoffdioxid wieder ab, welches über die Natur wieder in Sauerstoff umgewandelt wird.

Bei einer normalen Atmung brauchen wir nur ca. 500 – 700 cm3 des totalen Lungenvolumens, welches bei 3’000 – 4’000 cm3 liegt.

Es ist also verständlich, dass mit diesem Sauerstoffaustausch kaum alle Nahrung in Energie umgewandelt werden kann, was zu schlussendlich die meisten Krankheiten begünstigt.

Wir können also davon ausgehen, dass eine vertiefte Atmung mit grossem Sauerstoffaustausch die Gesundheit und die Regeneration nachhaltig verbessern kann und zu einem vitalen Zustand führen wird. Es gibt viele bekannte Methoden, um die Atmung zu verbessern. Bei den meisten sportlichen Aktivitäten wird zwar das Atemvolumen verbessert, den Zellen stehen aber trotzdem nicht mehr Sauerstoff zur Verfügung, da die Aktivitäten vielfach mehr benötigen als schlussendlich für den Körper übrig bleibt. Daher ist ein moderates Gehen eine sehr gute Variante den Sauerstoffaustausch zu verbessern. Tut man dies morgens zwischen 05 00 und 07 00 ist zudem der Gehalt in der Luft am höchsten. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass in der Nähe von Bäumen die Sauerstoffkonzentration am höchsten ist.

Ki Atmung von Tohei Sensei

Heute stelle ich eine Methode vor, die ich von dem bekannten Aikido Meister Koichi Tohei lernte, als ich in den Neuzigerjahren in Japan lebte und neben meiner Karate Ausbildung in Tohei Sensei’s „Ki no Kenkyukai“ trainierte.

Es ist eine sehr wertvolle Uebung, die er aus dem Misogi, einem Shinto Reinigungsritual weiterenwickelt hat.

Die Beschreibung der Uebung und das Bildmaterial verwende ich aus dem ins Deutsch übersetzte Buch von Koichi Tohei „Ki im täglichen Leben“ welches im Kristkeitz Verlag publiziert wurde.

Diese Uebung wird nicht nur die Atmung verbessern, sondern wird auf das ganze Befinden einwirken und durch das tägliche Ueben den Willen stärken. Ich empfehle anfangs die Uebung 2x täglich auszuführen, später kann sie jederzeit und irgendwo im Alltag integriert werden.

Die Uebung kann sowohl im Seiza, dem traditionellen japanischen Kniesitz, wie auch auf dem Stuhl ausgeführt werden. Halten Sie dabei den Oberkörper aufrecht und strecken sie die Rückenmuskeln nach oben. Das Gewicht des Körpers sollte auf den Punkt unter dem Nabel konzentriert sein.

Die Uebung beginnt immer mit der Ausatmung. Anfangs versuchen wir einen Rhythmus von 20 Sekunden zu arbeiten, später sollte der Rhythmus auf 30 Sekunden gesteigert werden. Entspannen Sie Ihre Schultern, sitzen Sie bequem und ungezwungen.

Formen Sie Ihren Mund, um den Laut „Ha“ zu erzeugen. Atmen Sie lange und ruhig aus und erzeugen dabei ein leises Ha…..

Lassen Sie ohne Unterbrechnung soviel Atem in Richtung des Pfeiles (1.Bild v.l.) heraus wie Sie können. Den leisen Laut sollen Sie deshalb erzeugen, damit Sie feststellen können, ob Ihr Atem eventuell zwischendurch aufhört und weil Sie anhand des Geräusches sagen können, ob Sie ruhig ausatmen oder nicht. Der Ton muss deutlich und lang sein. Normalerweise dauert dieses Ausatmen 30 Sekunden, aber da dies für Anfänger etwas schwierig ist, sind 20 oder sogar 15 Sekunden ausreichend. Mit etwas Uebung werden Sie bald gegen die 30 Sekunden atmen können.

Wenn Sie denken, dass Sie genug ausgeatmet haben, beugen Sie Ihren Oberkörper leicht nach vorn und drücken so den letzten Atem heraus. Selbst wenn sie der Meinung waren, schon soviel ausgeatmet zu haben, wie Sie können, ist normalerweise doch immer noch ein wenig Luft da. Um sicherzugehen, dass keine Atemluft im Körper zurückgeblieben ist, sollten Sie besonderen Wert darauf legen, noch diesen letzten Atemrest herauszudrücken. Dabei beugen Sie den Oberkörper etwas nach vorn, in der Richtung des Pfeiles. (2.Bild v.l.)

Obwohl Sie all Ihre Luft ausgeatmet haben, dürfen Sie den Einen Punkt unter dem Nabel nicht verlieren, denn sonst wird die nächste Einatmung Schwierigkeiten bereiten.

Nachdem Sie ganz ausgeatmet haben, warten Sie eine oder zwei Sekunden, schliessen Ihren Mund und machen während der nun folgenden Einatmung wiederum ein leises Geräusch. Dabei bleiben Sie in der vorgebeugten Haltung. Wenn Sie direkt in die Brust einatmen, können Sie nicht vollständig einatmen. Atmen Sie immer ruhig in Richtung des Pfeiles ein. (3.Bild v.l.) Die Einatmung dauert von Anfang bis zum Ende ungefähr 25 Sekunden. Wenn Sie glauben, dass Sie eingeatmet haben, soviel Sie können, ziehen Sie einen abschliessenden Atem ein. Wenn Sie in Richtung des Pfeiles einatment ziehen Sie sich selbst leicht nach oben. Nun müssen Sie in die Ausgangsposition zurückkehren, damit Ihr Gewicht wieder im Einen Punkt im Unterbauch ruht. (Bild rechts)

Wenn Sie den Einen Punkt nicht halten, wird es für Sie zu anstrengend den Atem 10 Sekunden anzuhalten und die nächste Ausatmung wird gestört. Wenn Sie aber den Einen Punkt im Unterbauch halten, können Sie sich vollkommen entspannen. Dann können Sie Ihren Atem auch vollständig anhalten – wenn Sie wollen, sogar 30 Sekunden.

Konzentrieren Sie Ihren Atem also auf den Einen Punkt unter dem Nabel, nach 10 Sekunden richten Sie sich leicht auf, öffnen den Mund und fangen an, langsam auszuatmen.

Wiederholen Sie diese Atmung beliebig oft. Das Ziel ist, dass eine Ein- und Ausatmung soll zusammen mehr als 1 Minute dauern. Anfänger können sich zunächst 40 Sekunden zum Ziel setzen.

Manchmal heisst es, man solle nicht vollständig einatmen, sondern ein Achtel der Atemluft zurückhalten, oder man soll nach der Einatmung etwas Luft abgeben und dann die Luft anhalten, aber in beiden Fällen beachtet man nicht den Einen Punkt im Unterbauch. Hinter beiden Gedanken steht die Annahme, es sei zu schmerzhaft, die Luft bei vollständiger Einatmung anzuhalten. Was wir jedoch lernen müssen, ist auf nicht schmerzhafte Weise vollständig einzuatmen und die gesamte Atemluft im Einen Punkt zu konzentrieren. Wird der Atemfluss unterbrochen oder ist er rauh, haben wir deutliche Anzeichen dafür, dass man den Einen Punkt unter dem Nabel verloren hat. Hält man diesen Punkt, dann ist sowohl Einatmen als auch Ausatmen in langen, ruhigen und gleichmässigen Atemzügen möglich. Das Erzeugen des beschriebenen Lautes ist für Anfänger der beste Weg, allein zu üben denn es lässt einen Fehler in der Atemtechnik unmittelbar erkennen.

Diese Uebung ist nicht einfach eine Atemübung, sondern eine Uebung als Weg zur wirklicher geistiger Konzentration.

Atmen Sie so aus, dass Ihr Atem bis in den Himmel aufsteigt; Atmen Sie ein, bis der Atem Ihren Einen Punkt unter dem Nabel erreicht hat. Mit anderen Worten, atmen Sie so aus, dass Sie fühlen, wie Ihr Atem nicht vor Ihren Augen versickert, sondern die Ufer des Himmels erreicht.

Tohei Sensei nennt dies: Ki o dashite haku – beim Ausatmen Ki (Chi) auströmen.

Auf diese Weise hat unsere Atmung Kraft, obwohl sie ruhig ist. Bei der Einatmung müssen wir das Ki (Energie) des Universum ganz und gar in uns aufnehmen und es im Einen Punkt konzentrieren. Wir haben das Gefühl, als nähmen wir das ganze Universum in unserem Bauch auf. Haben wir ganz ausgeatmet, haben wir alles in die Hände des Universums gegeben, wir sind vollkommen eins mit dem Universum.

Anfangs ist es Ihnen möglicherweise unbequem, vielleicht ist Ihre Atmung unruhig und neigt dazu, auf halben Weg auszusetzen. Aber wenn Sie die Uebung zehn oder zwanzig Minuten lang fortsetzen, beruhigt sich Ihr Geist und das Atmen wird angenehm.

Wenn Sie einmal die Grundlagen dieser Atmung erlernt haben, dann können Sie sie immer und überall ausführen.

Weitere Auskünfte: walter.seeholzer@icloud.com

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